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Donnerstag, 16. Juli 2009

Ausflug in den Zoo

Ich zôch mir einen valken mêre danne ein jâr.
dô ich in gezamete als ich in wolte hân
und ich im sîn gevidere mit golde wol bewant,
er huop sich ûf vil hôhe und floug in anderiu lant.

Sît sach ich den valken schône fliegen:
er fuorte an sînem fuoze sîdîne riemen,
und was im sîn gevidere alrôt guldîn.
got sende si zesamene die gerne geliep wellen sîn!

(Der von Kürenberg)

(Ich zog mir einen Falken länger als ein Jahr.
Doch als er, wie ich wollte, von mir gezähmet war
Und ich ihm sein Gefieder mit Golde wohl bewand,
Hob er sich auf gewaltig und flog hinweg in andres Land.

Drauf sah ich den Falken herrlich fliegen:
Er führt' an seinem Fuße seidene Riemen,
Auch war ihm sein Gefieder ganz rot von Gold.
Gott bringe sie zusammen, die sich einander lieb und hold!)


Wie wunderbar man doch so einen ollen Minnesang in den Alltag einbetten kann!

Wir haben heute eine schöne Zeit im Zoo gehabt! Falken haben wir zwar nicht gesehen, oder wir sind sie übergangen, aber dafür reichlich andere Tiere. Mit Gaëlle, ihrem Cousin Marion und dem zweieinhalbjährigen Merlin streiften Emma und ich durch den sonnigen Tierpark; die Kinder hatten einen Riesenspaß und wir Erwachsenen mindestens genauso viel!


Montag, 4. August 2008

Tun Sie's wie Leica

Puh. Der Umzug wäre geschafft!
Wer zieht schon gerne um und packt und ordnet zwangsläufig seinen Krempel immer wieder neu? Wir haben es nun getan und hoffen, dass endlich ein wenig Ruhe in unsere geschundenen Seelen einkehrt. Monatelanges Getrampel von oben, kein Einlenken des lieben Hausfriedens Willen anscheinend überforderter Eltern, die ihren Kindern keine Grenzen aufzeigen - das macht das Leben auch in der schönsten Altbauwohnung zur Tortur. Geschädigt werde ich sein bis an mein Lebensende, träume des nachts von klack-klack-klackernden Murmelgeräuschen, von stundenlang durch die gesamte Wohnung laufenden, trampelnden Kindern... - ach, und was konnte die Blechtrommel auf dem Dielenfußboden hergeben?
Schluss ist's nun hoffentlich - ich versuche den Schlaf für mich neu zu erfinden, bin glücklich über jede Minute, die mich meine Psyche von nun an hoffentlich allmorgendlich länger in Ruhe verharren lässt.
Der Umzug war nach leider nur elf Monaten in unserem alten Domizil ein Befreiungsschlag. Trotzdem muss ich mir wohl eingestehen, dass ich ziemlich am Ende bin. Noch eineinhalb Monate bis zur Entbindung, das Kleine hat gut zugelegt, sollte wohl jetzt aber auch mal zur Ruhe kommen. Drum werd ich's ab sofort halten wie Leica, der scheinbar psychisch gestörte Hund, dem wir auf unserer Paddeltour durch die Mecklenburgische Seenplatte im Juni begegnet sind: Leica stand stundenlang im See und beobachtete das Wasser um sich herum beängstigend aufmerksam, so dass sich jeder fragte: "Was tut sie da?". Sie erweckte den Eindruck, als habe sie unendlich viel Geduld dabei, auf einen herannahenden Fisch zu warten und im entscheidenden Augenblick bestialisch zuzupacken. Tat sie nicht. Sie stand und guckte.
So werd ich's nun auch machen. Ich werd schön die Füße hochlegen und mich in Müßiggang üben. Ruhe sei mein kostbarstes Gut!

 
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