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Freitag, 20. November 2009

Die Neue

Meine koreanische Linse ist da. Das Samyang 85 1.4. Viel Licht, viel Freistellungspotenzial. Perfekt für Portraits. Die ersten Testbilder abends um halb elf haben mich stark beeindruckt. Es ist wirklich genial, wie man mit einer Blende mehr das Hauptmotiv herausheben kann und in welch cremiger Unschärfe der Hintergrund verläuft. Gefällt mir gut. Und es ist auch so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Doch ganz schnell fiel ich von meiner Freude in, ja, blankes Entsetzen, als ich den Bokeh-Lichtkreis-Test machte. Einige Kreise waren bei Offenblende rund, aber andere waren wie abgeschnitten. Das soll so nicht sein! Nachdem ich nun stundenlang recherchiert und unendlich viele Bokeh-Bilder miteinander verglichen habe, vertraue ich meiner ersten Intuition und muss akzeptieren, dass ich wohl eins von den Montagsobjektiven erwischt habe. Mist! Wo ich mich doch so auf mein neues Spielzeug gefreut habe. Wieder das ganze Prozedere mit Zurückschicken und Warten auf ein neues. Wie blöd, hab ich wieder ein Pech! Wahrscheinlich hätte ein Laie das gar nicht bemerkt, denn wer macht schon Bokeh-Tests? Aber gut, dass ich's getan habe, denn irgendwann wäre es mir wahrscheinlich aufgefallen, wenn ich (zufällig oder bedacht) ein Foto mit Lichtern im Hintergrund gemacht hätte. Und dann plötzlich mit diesen abgehackten Kreisen konfrontiert zu werden, das wäre ja noch ärgerlicher!

Nun gut, fürs Wochenende und ein paar Bilder wird es gehen, denn das Bokeh an sich gefällt mir wirklich gut. Und bis ich's zum Montag wieder eintüte, muss ich dann eben auf kreative Lichtkreis-Fotos verzichten. Aber seht selbst:


Die ersten Testfotos. Fokus (manuell) arbeitet sauber, Schärfe liegt dort, wo sie sein soll, Unschärfebereich schön samtig und hebt das Hauptobjekt schön hervor.


Ernüchterung: Lichtkreise unregelmäßig, dadurch ist der Hintergrund unruhig und einfach schlecht. Irgendetwas stimmt hier wohl nicht mit den Lamellen.




Für Bilder 4-7 bin ich übrigens gerade eben noch mal schnell aufs Fahrrad gestiegen und rüber zum Schloss Charlottenburg gefahren. Dort wird auf Hochtouren gearbeitet (auch jetzt noch gegen 22 Uhr), damit der Weihnachtsmarkt bald rechtzeitig beginnen kann. Die Büdchen stehen schon, aber viele sind noch leer. Die Lichter des letzten Fotos gehören zur Lichterkette, die den riesigen Weihnachtsbaum am Eingang des Weihnachtsmarktes umgibt.

Montag, 16. November 2009

Berliner Meile

Emmas erster Spaziergang auf dem Kudamm, und sie findet es schrecklich (zumindest während dieser fünf Minuten). Die Bilder sind out of cam (ooc), also unbearbeitet und bei Blende 2.0 bis 2.5 aufgenommen:


Samstag, 14. November 2009

Beim Kinderarzt

Ich beginne dieses Objektiv zu lieben. Dieser wundervoll unscharfe Hintergrund, der das Hauptmotiv brilliant hervorhebt: de luxe! Was diese lichtstarken Objektive alles drauf haben, wenn der Fokus mal sitzt (spezielles Problem vor allem bei diesem Objektiv). Demnächst werde ich mir hoffentlich eins zulegen, das noch um einen ganzen Blendenwert stärker ist. Damit wird noch mehr Licht in den Chip dringen, der Unschärfebereich wird noch mal ein wenig größer. D.h. der Effekt des Freistellens wird noch besser zur Geltung kommen, davon verspreche ich mir wirklich ästhetisch anspruchsvolle und scharfe Porträts. Ich bin so gespannt!

f/2.0, 1/180, ISO 400, kein Blitz

Mittwoch, 11. November 2009

Abendlicher Spaziergang

Die folgenden drei Fotos sind in der Wilmersdorfer Straße entstanden. Zum ersten ist vielleicht spannend zu erfahren, wie die Geister ins Bild kommen. Bei 0,3 Sekunden Belichtungszeit hinterlassen Menschen, die sich bewegen, ihre Bewegungsspur im Bild, d.h. sie werden verwischt dargestellt. Bei noch längeren Belichtungszeiten verschwinden sie sogar ganz. Will man also z.B. einen viel besuchten Platz, eine Sehenswürdigkeit fotografieren ohne dass dieses Gewusel von Menschen mit aufs Foto kommt, stelle man seine Kamera einfach auf ein Stativ und belichtet, sagen wir, 2 Minuten lang. Schon hat man nur den Platz/das Gebäude hübsch aufs Foto gebannt. Doch wer hat schon ständig sein klobiges Stativ dabei? Für 0,3 Sekunden Belichungszeit (aus der Hand geschossen) ist mein Foto relativ scharf. Eine ruhige Hand ist bei solch langen Verschlusszeiten meist schon nicht mehr ausreichend, um feststehende Gebäude (wie das Geschäft) verwacklungsfrei abzulichten. Aber in diesem Fall ein echt gelungener Schnappschuss.






Montag, 9. November 2009

9. November 2009



Bösebrücke, Berlin Bornholmer Str., einer der ersten Grenzübergänge, die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 ihre Schlagbäume öffneten.
Heute: Nach einer Ansprache der Bundeskanzlerin traf man immer wieder auf Zeitzeugen, die sich austauschten, Schülergruppen, die sich riesige Fotowände ansahen und auch Leute, die einfach mal schauen wollten, was vor 20 Jahren hier passiert ist...

Sonntag, 8. November 2009

Die Sache mit dem Bokeh



Dieses Foto ist in unserem Badezimmer entstanden. Mal davon abgesehen, dass der Spiegel mal wieder geputzt werden könnte, habe ich meinen Blick hier speziell dem Bokeh gewidmet.

Was ist das Bokeh?

Der Begriff kommt aus dem Japanischen und bedeutet "unscharf, verschwommen". Die Bereiche des Bildes, die in Unschärfe verschwimmen, geben Auskunft darüber, ob ein Foto als gut oder schlecht empfunden wird, subjektiv. Es geht aber hierbei weniger um die Stärke der Unschärfe, sondern darum, wie die Unschärfebereiche aussehen. Im oberen Bild ist im Hintergrund der gegenüberliegende Wandschrank zu sehen. Im Spiegel des Wandschrankes spiegeln sich die Lichter der Lichterkette, die den Spiegel vor meiner Kamera (den mit der Blume) erleuchten. Interessant ist jetzt bezüglich des Bokehs vor allem, wie sich die hellen Bereiche gestalten, hier also besonders die Lichtpunkte.

Die Lichtpunkte sind überwiegend rund dargestellt, sie sind relativ weich und gleichmäßig und an den Rändern zeigen sich keine wesentlichen Farbsäume. Bei eher schlechten Bokehs stellen sich die Lichtpunkte ausgefranst dar, nicht wie Kreise, sondern eher wie Scheiben. Das macht den Hintergrund unruhig und arbeitet seiner eigentlichen Funktion entgegen, nämlich durch seine Unschärfe den Blick auf das Hauptmotiv zu lenken.

Diese hellen Bildpunkte in dunklen Bereichen, die außerhalb der Schärfezone liegen, werden auch Unschärfekreise genannt. Tatsächlich sind sie nicht unbedingt Kreise, sondern die Abbildung der jeweiligen Blendenöffnung. Hier habe ich ein paar Bilder für euch, die das veranschaulichen:


f/1.8 f/2.0 f/2.5 f/2.8 f/3.5 f/4.0

Beim Wert 1.8 ist die Blende weit offen, mit aufsteigenden Werten schließt sich die Blende immer mehr (größere Blendenwerte = kleinere Blende!). Man sieht hier sehr gut, wie sich die Unschärfekreise verkleinern. Nur bei Offenblende sind sie rund, ab f/2.0 werden sie 5-eckig dargestellt - dieses Objektiv besteht neben seinen Linsen eben genau aus fünf Lamellen. Viele Objektive sind heute mit mindestens sieben, oft auch bis zu neun oder zehn Lamellen ausgestattet. Trotzdem gefällt mir mein Bokeh, besonders bei Offenblende und ich hoffe, bald Portraits mit ansprechendem Bokeh hier zeigen zu können.
 
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